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Wie lerne ich am schnellsten und leichtesten Vokabeln?
Jolinchen hat sich in dieser Frage Unterstützung geholt. Und zwar von ADDY, den du sicher von einer der vielen Lernsoftware-CD-Roms kennst. Hier ist sein Lerntipp Thema Vokabeln lernen.
Also, das muss ich euch noch mal erzählen aus dem Sommer 2004! Ich war bei den olympischen Spielen in Athen, mittendrin im Geschehen. Aus vielen verschiedenen Ländern waren Sportler dort und ich habe mich mit allen unterhalten. Das ist kein Problem, wenn man so viele Sprachen spricht wie ich. Wie ich die gelernt habe?
Ganz einfach: Ich habe untersucht, wie unser Gehirn arbeitet. Alles, was wir wahrnehmen, wandert durch drei Gedächtnisstufen, die nur das weitergeben, was wirklich „wichtig“ ist. Eure Meinung darüber deckt sich nicht immer mit der eures Lehrers? Dann macht es wie ich und überlistet euer Gehirn. Der Trick ist, im richtigen Moment das, was ihr lernen sollt, von einer Gedächtnisstufe in die nächste zu transportieren. Dazu müsst ihr nur eure Uhr im Blick behalten! Am besten, ihr stellt euch einen Kurzzeitwecker oder eine Stoppuhr auf euren Arbeitstisch und schon kann es losgehen.
Im Ultrakurzzeitgedächtnis geht die Lernrallye los: Alles, was ihr hört, seht, riecht, schmeckt und fühlt landet für etwa eine halbe Minute hier. Wenn ihr euch das englische Wort für „Freizeit“ – leisure – merken wollt, könnt ihr es direkt wiederholen, ein paar Sekunden später erinnert ihr euch aber nicht mehr – das Ultrakurzzeitgedächtnis hat seinen Dienst getan, aber dort blieb die Information auch hängen.
Damit euch das nicht passiert, müsst ihr zunächst sofort und dann nach 20 Sekunden die Vokabel laut wiederholen. Das ist so lange, wie ihr braucht, um den letzten Absatz noch mal zu lesen. Jetzt landet sie im Kurzzeitgedächtnis. Hier ist „leisure“ = Freizeit für die nächsten 20 Minuten gut aufgehoben.
Auch diese Erinnerung muss rechtzeitig aufgefrischt werden, damit sie sicher, und dann endgültig, im Langzeitgedächtnis gespeichert wird. Also: Eine Viertelstunde etwas anderes tun, z.B. die Mathehausaufgaben, und sich dann wieder „leisure“ in Erinnerung rufen.
Unser Langzeitgedächtnis ist wie eine große Pinnwand, an der alles hängt, was jemals den Weg durch die Erinnerungsstufen überstanden hat. Ein ziemliches Chaos! Aber wenn ihr regelmäßig auf eure Pinnwand seht, wisst ihr noch, wo ihr die Info abgelegt habt. Dazu prüft ihr nach einem Tag euer Wissen. Erinnert ihr euch, was „Freizeit“ heißt? Bestimmt! Das wiederholt ihr nach zwei, vier, acht, 16 und noch mal nach 32 Tagen. So könnt ihr euch auch noch lange nach der Englischarbeit an alle Vokabeln erinnern. Sie sind auf eurer Gehirn-Pinwand so abgelegt, dass ihr sie jederzeit abrufbereit habt. Und das nach nur neun Wiederholungen!
Das hört sich nach viel Arbeit an? Ist es aber nicht. Für 20 Vokabeln braucht ihr keine 10 Minuten lernen, die Wiederholung von 100 Vokabeln dauert auch nicht länger. Ihr braucht also nicht mehr Zeit als bisher, aber die Erfolgsquote ist wesentlich höher!
Wenn ihr eine Extrarunde vor einer Klassenarbeit einlegen wollt, dann ist drei Stunden nach der letzten Wiederholung ein guter Moment. Ihr werdet merken, dass durch meinen Gehirn-Überlistungs-Trick weitere Wiederholungen nicht mehr nötig sind.
Viel Erfolg bei dem nächsten Vokabeltest wünscht euch euer Freund ADDY
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